
Kirchenchor
Gründungsgeschichte
Der Chor wurden 1959 gegründet

Der Chor um 1972
Die evangelische Gemeinde war von Anfang an eine singende Gemeinde. Martin Luther und seine Mitstreiter hatten rasch erkannt, welchen wichtigen Beitrag der Chorgesang zur Verkündigung des Evangeliums und im liturgischen Geschehen leisten kann. Trotz der Bedeutung, die die Reformatoren dem Gesang beimaßen, kam es im Laufe der Zeit allgemein zu einer Verflachung des gottesdienstlichen Singens. Das Gesangbuch schildert die Situation im frühen 19. Jahrhundert: „Beim Singen kam man mit wenigen Lehnmelodien aus; neu entstandene Melodien gaben sich nüchtern oder gefühlig ohne rhythmische Vielfalt und ohne melodischen Schwung. Das Tempo des Singens verlangsamte sich immer mehr …..“ Dieser Verarmung wollten Freunde des mehrstimmigen Gesangs entgegenwirken. Landab landauf kam es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Gründungen von Kirchenchören.
Im landeskirchlichen Archiv in Karlsruhe liegt eine dicke Akte mit den Berichten der Altenheimer Pfarrer, die anlässlich der alle paar Jahre stattfindenden Gemeindevisitationen durch den Oberkirchenrat entstanden. Diese zeigen, dass auch in Altenheim bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts Christen für den mehrstimmigen Kirchengesang einsetzten.
Von einem ersten Altenheimer Kirchenchor hören wir 1882 aus einem Bericht von Pfarrer Karl Friedrich Hansult: „In den Jahren 1876 bis 1877 bestand hier ein gemischter Chor“. Hansult bedauerte dessen Auflösung nicht allzusehr, denn schließlich gab es den Männergesangverein, der auch „an den Geburtstagen des Großherzogs und des Kaisers passende vaterländische Lieder in der Kirche vorträgt.“ Zehn Jahre nach dem Scheitern des ersten Chores wagten Gemeindemitglieder einen Neuanfang, wie Hansult berichtete: „Auf 1. Advent 1886 wurde ein Kirchengesangverein, gemischter Chor gegründet. Derselbe zählt circa 30 Mitglieder und wird von dem dritten Hauptlehrer Reinmuth dirigiert.“ Leider löste sich dieser Chor ebenfalls nach einem Jahr wieder auf, aber immerhin „habe derselbe mitgeholfen, die neuen Melodien des neuen Gesangbuches in der Gemeinde einzubürgern“.
1895 kam es zu einem dritten Anlauf. Gleich bei seinem Start hatte der neue Chor 22 aktive und 104 passive Mitglieder. Vom Kirchengemeinderat erhielt er „jährlich die bedeutende Summe von 100-125 Mark“ als Zuschuss. Sieben Jahre später war es auch damit wieder vorbei. Hansults Nachfolger, Pfarrer Johannes Friedrich Heinrich Mulsow, erklärte 1902 dem Visitationskomitee: „Der Kirchenchor hat sich im vorigen Jahr aufgelöst, teils aus Zorn über eine vom Kirchengemeinderat empfangenen ernsten Rüge. Was es damit auf sich hatte, bleibt offen, doch betonte Mulsow, dass nur ein „der Erbauung und nicht dem Vergnügen dienender Chor“ gefördert werden kann. Altenheim blieb weiterhin ohne Chor. Am Arragement mit dem Männerchor wollte niemand rütteln, denn dies könnte zu „Reibereien“ führen, wie Pfarrer Otto Rahm 1933 zu bedenken gab.
Der Anstoß für eine Neugründung kam von außen: Die Visitationskommission, erschüttert von dem darniederliegendem Gemeindeleben nach dem Krieg, ließ im Frühjahr 1948 den Altenheimerinnen und Altenheimern eine Botschaft von der Kanzel verlesen: „Schön wäre es, wenn es Euch gelänge einen Kirchenchor oder doch einen Jugendsingkreis zu gründen, der Eure Gottesdienste mit dem wertvollen christlichen Liedgut bereichert. Wenn Eure Jugend Freude am Gottesdienst bekommen soll, muss auch ein neues, frisches Singen einkehren.“ Trotz dieses leidenschaftlichen Apells tat sich vorerst wenig, allerdings übernahmen Mitglieder des Mädchenkreises „ab und zu die Aufgabe eines Kirchenchors“. Das ließ Pfarrer Gustav Löffler hoffen „dass aus diesem Kreis ein Chor erwächst, der zum Lobe Gottes und zur Erbauung der Gemeinde wirken darf“. Sein Wunsch ging in Erfüllung - 1959 konnte er dem Visitationskomittee die Gründung eines neuen Chores melden: „Freilich ist er noch ein sehr schwaches Pflänzlein, das viel Liebe und Pflege braucht.“
Stimmen aus dem Chor

Wir bilden eine schöne Gemeinschaft!
Kirchenmusik spricht mich an!
Ich habe Freude am Singen, nach der Probe habe ich immer gute Laune!
Singen erhebt!
Die Proben und die Aufführungen sind Höhepunkte im Alltag!
Der Chor fordert mich, immer wieder etwas Neues zu lernen!
Mir macht es Freude, den Gottesdienst mit Liedern zu bereichern!
Interview 2009 mit Helga Adam (Gründungsmitglied)





